Donnerstag, 29. Dezember 2011

Zugabe: Queen - Another kind of magic

"Zum Schluss noch eine gute Nachricht für alle Queen-Fans: Aufgrund der riesigen Kartennachfrage für das Glam-Rock-Konzert  „Queen – Another Kind of Magic“ gibt es zwei weitere Termine im Opernhaus: 1. März und 1. Juni 2012. Abonnenten können ab 6. Januar Karten an der Theaterkasse erwerben (Telefon: 0561-1094 222), im Freiverkauf und im Netz gibt es die Eintrittskarten für Queen ab 10. Januar."

Wer sich fälschlicherweise darauf verlassen hatte, dass die Tickets für diese Veranstaltung wie üblich vier Wochen vor der Vorstellung freigeschaltet würden und deswegen leer ausging, hat jetzt nochmal die Chance.
Aber bitte erst anrufen, wenn ICH meine Tickets habe ;)

Freitag, 16. Dezember 2011

"Rock of Ages" Kino-Trailer

Wenn in der Vergangenheit über die Verfilmung von "Rock of Ages" gesprochen wurde, ging es fast immer ausschließlich um Tom Cruise, der die Rolle des Stacee Jaxx übernommen hat. Dabei wartet der Film noch mit ganz anderen Hollywoodstars auf: Alec Baldwin und Catherine Zeta-Jones zum Beispiel. Oder Bryan Cranston und Russell Brand. Und Mary J. Blige.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Sherrie verlässt ihre Heimat, um in L. A. ihr Glück zu versuchen. Auf dem Sunset Strip trifft sie auf den Musiker Drew, der ebenfalls von der großen Karriere träumt. Die beiden verlieben sich ineinander, müssen im Lauf der Geschichte aber feststellen, dass in der Traumfabrik andere Regeln gelten und dass nicht alles das ist, was es zu sein scheint.

"Rock of Ages" ist ein Jukebox-Musical. Ich bin jetzt, um es mal diplomatisch zu formulieren, nicht der größte Fan solcher Produktionen. Wieso ich mich trotzdem auf den Film freue? Weil hier nicht nur Songs einer einzigen Band zu einer an den Haaren herbeigezogenen Geschichte zusammen geschraubt werden, sondern weil man sich bei verschiedenen Bands Songs sucht, die zur Geschichte passen. Und so rum funktioniert das irgendwie besser.


Der einzige Grund für dezente Vorfreude ist das natürlich nicht. Ich bin ein Kind der Achtziger, ich habe die Songs von Journey, Pat Benatar, Foreigner, Twisted Sister und Poison lauthals in meinem komischen Kinder-Englisch mitgesungen. Nicht schön, aber - zur Freude meiner Eltern - laut. Und oft.
Viele dieser Songs hatte ich völlig vergessen, bis ich die CD der Broadway-Cast geschenkt bekommen habe. 

Ob allein meine nostaglischen Anwandlungen ausreichen, um einen unterhaltsamen Abend zu verbringen, wird sich zeigen. Aber in meiner Phantasie sehe ich mich bereits mit den Schulfreundinnen von damals, toupierten Haaren und dem ein oder anderen kalten Getränk im Open Air-Kino sitzen und mit verklärtem Blick "The search is over" mitsummen.

Dienstag, 13. Dezember 2011

Besetzung "Hairspray" in Tecklenburg

Nachdem die Besetzung für "Marie Antoinette" schon ein paar Tage bekannt ist, gibt es jetzt auch die Cast für "Hairspray". Und die sieht so aus:

Ilse La Monaca (Tracy Turnblad)
Andreas Lichtenberger (Edna Turnblad)
Dirk Johnston (Link Larkin)
Mathias Schlung (Wilbur Turnblad)
Kerstin Marie Mäkelburg (Velma von Tussle)
Jana Stelley (Penny Pingleton)
Michael Ernst (Corny Collins)
Maja Sikora (Amber)
Amanda Whitford (Motormouth Maybelle)

Ich freu mich total darauf, Jana Stelley als Penny sehen zu können, weil jeder, der sie in Köln in dieser Rolle gesehen hat, aus dem Schwärmen nicht herauskommt. Ich Schnarchnase hab das natürlich wieder mal verpasst und bekomme doch noch eine zweite Chance.

Sonntag, 27. November 2011

Flashback: Into the woods, Staatstheater Kasssel, 14. Februar 2011

Ganz schön schwierig, im Rückblick einen Bericht über ein Musical zu schreiben. Da rächt es sich dann eben, dass ich meine Eindrücke nicht sofort aufgeschrieben habe. Andererseits werden es dann auch nur die Dinge, die mich wirklich beeindruckt haben, hierher schaffen. Was natürlich nur die mir eigene Art ist, mir meine Schlamperei schön zu reden!

Also los: Schon beeindruckend, mit wie vielen hochkarätigen Musicalstars "Into the woods" aufwartet. Für mich wären allein schon Serkan Kaya und Maaike Schuurmans (die nicht umsonst den Hersfeld-Preis für ihre Lucy in "Jekyll & Hyde" bekommen hat) überzeugende Argumente gewesen, mir das Stück anzusehen. Im Nachhinein würde ich allerdings niemanden aus dieser wirklich großartigen Cast besonders hervorheben wollen.

Alle Fotos: Homepage von Matthias Davids

Das Bühnenbild hat mir - mit den übergroßen Streichholzschachteln als Häuser und den Zundhölzern als Wald - sehr gut gefallen. Es wird wohl auch Gründe geben, wieso Mathias Fischer-Dieskau am Ende bei der diesjährigen "musicals"-Abstimmung einen Preis dafür bekommen hat. Allein die Tatsache, dass die Streichhölzer im zweiten Akt abgebrannt waren und somit die veränderte Stimmung des Stücks verdeutlichten, fand ich clever gelöst. Auch die Kostüme waren ziemlich gelungen. Denn, mal ehrlich, der Bäckersfrau eine geflochtene Frisur in Form einer Brezel zu verpassen, ist mehr als nur originell. Auch für das goldfarbene Prinzessinenkleid von Aschenputtel fällt mir kein besseres Adjektiv als "zauberhaft" ein, das sonst so gar nicht zu meinem Wortschatz gehört.






"Into the woods" ist sicher keine leichte Kost. Hat man im ersten Akt noch dieses "Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage"-Gefühl, wird im folgenden deutlich, dass man sich besser gut überlegt, was man sich wünscht, weil man immer einen Preis zu zahlen hat. 


Hier werden diverse Märchen bunt gemischt. So gesehen passt "Into the woods" sehr, sehr gut in die Brüder Grimm-Stadt Kassel. Man trifft im Laufe des Stückes auf Rotkäppchen, auf Wölfe und Prinzen, Aschenputtel, ihre böse Schwiegermutter und ihre nicht minder bösen Stiefschwestern, auf Hans und die Bohnenranke, auf Hexen, ein ziemlich traumatisiertes Rapunzel und unheimliche Erzähler. Das Bindeglied zwischen all diesen Märchen bildet das Bäckers-Ehepaar, das sich nichts sehnlicher wünscht als ein Kind und sich diesen Wunsch nur mithilfe der anderen Beteiligten erfüllen kann.


Bekommen im ersten Akt noch alle, was sie wollen... das Bäckers Ehepaar ihr Kind, Hans seine Zauberbohnen, Aschenputtel ihren Prinz... wird es im zweiten Akt deutlich düsterer. Die Prinzen interessieren sich eher für Schönheiten im Glassarg und Bäckersgatinnen, die sich im Wald verirrt haben, als für die jeweils Angetrauten. Und auch Hans' Mord an dem Riesen rächt sich bitter. Es ist eben nicht alles Gold, was glänzt. Außer vielleicht für die Hexe, die sich durch des Bäckers Gaben in eine wahre Schönheit verwandelt.


Ich mochte "Into the woods" auf Anhieb, weil die Geschichte zwar humorvoll erzählt wird, aber trotzdem zum Nachdenken anregt. Und ich finde auch, dass dem Staatstheater Kassel damit nach "South Pacific" der nächste große Wurf gelungen ist. Der Ansicht waren wohl auch die Leser der "musicals", belohnten sie Matthias Davids doch mit einer Auszeichnung für die "beste Regie".

Die Darsteller waren allesamt toll. Serkan Kaya und Julian Looman waren in ihren Rollen als Wölfe perfekt, in denen als Prinzen so unterschiedlich wie auch unschlagbar. Ihr Duett "Liebesqual" hatte eindeutig die meisten Lacher des Abends. Leider ist nicht überliefert, ob Serkan in seiner Rolle als Udo Lindenberg irgendwann auf die Bühne gesprungen ist, denn hier hatte er seine Auf- und Abgänge immer mit einem eleganten Sprung zu absolvieren. Lacher garantiert.

Lisa Antoni war ein fantastisches Aschenputtel mit klarer Stimme, Tom Schimon gab einen sehr naiven Hans, Erwin Bruhn einen "geheimnisvollen Mann", der geheimnisvoller nicht hätte sein können, Mary Harper verkörperte die Bäckersfrau zuerst sehr bodenständig, um am Ende aber den Avancen des Prinzen zu erliegen, Detlef Leistenschneider war ein furchtbar sympathischer Bäcker und Ann Christin Elverum beeindruckte mit ihrer außergewöhnlichen Stimme. Beeindruckend auch Marianne Curn als vorlautes, bei jedem dritten Schritt hüpfendes Rotkäppchen. Wie man sich auf diese Schritte konzentrieren und dabei noch singen kann, nötigt mir wirklich Respekt ab. 

Leider kann ich die Videos zu "Into the woods" nicht einbetten. Wen Eindrücke aus dem Theater interessieren, findet sie hier und hier.


Cast

Erzähler / Geheimnisvoller Mann: Erwin Bruhn
Aschenputtel: Lisa Antoni
Bäcker: Detlef Leistenschneider
Bäckersfrau: Mary Harper
Aschenputtels Stiefmutter: Maaike Schuurmans
Hexe: Ann Christin Elverum
Aschenputtels Prinz / Wolf: Serkan Kaya
Hans Mutter: Renate Dasch
Hans: Tom Schimon
Florinda: Nayeon Kim
Lucinda: Sabine Roppel
Rotkäppchen: Marianne Curn
Aschenputtels Mutter/Rotkäppchens Großmutter/Stimme der Riesin: Doris Neidig
Aschenputtels Vater: Bernhard Modes
Rapunzels Prinz / Wolf: Julian Looman
Rapunzel: Ingrid Fröseth
Diener: Shane Dickson


Samstag, 26. November 2011

Glam-Rock in Concert - Queen Another kind of magic, Staatstheater Kassel, 25. November 2011

Foto: Homepage des Staatstheaters Kassel



Nach dem riesigen Erfolg von „Abba – The symphonical celebration“ präsentiert das Staatstheater Kassel jetzt „Glam-Rock in Concert – Queen Another kind of magic“.
Das Konzept ist ähnlich, das Konzert hingegen völlig anders. Und auch wieder nicht.

Beginnen wir bei den Gemeinsamkeiten: Das Orchester des Staatstheaters, die Band, Insa Pijanka als Moderatorin und Kristin Hölck als Solistin.
Die Unterschiede: Wo die ABBA-Show auf Spaß, Glitzerplateaus, bunte Schlaghosen und Partystimmung setzte, geht es bei QUEEN um einiges ernsthafter zu. Schwarz ist die dominierende Farbe. Statt der Showtreppe steht diesmal die Band im Mittelpunkt der Bühne und die drei Background-Sängerinnen sehen aus, wie einem Madonna-Video der 80er Jahre entsprungen. Zudem bieten die Songs von Queen, allen voran selbstverständlich „Bohemian Rhapsody”, einem großen Orchester natürlich alle Möglichkeiten aufzutrumpfen. Und das tut es.

So ist dann auch der erste Song „Innuendo“ ein völlig anderes Intro als man es von ABBA kannte. Sehr düster, sehr sphärisch, sehr geheimnisvoll. Toll gesungen und interpretiert von Kristin Hölck, die beim Flamencogitarren-Teil die beeindruckend toupierten Haare schüttelt.
Haare zum Schütteln sind bei Henrik Wager eher nicht vorhanden, dafür hat er mit „Seven Seas of Rhye“ eine meiner Lieblingsnummern im Gepäck, was ihm sofort Sympathiepunkte einbringt.
Alex Melcher habe ich in „We will rock you“ als Galileo gesehen, deswegen wird er in meiner Erinnerung immer mit den Songs von Queen verbunden sein. Ich mag seine Rockröhre total gern und habe jeden Moment genossen, in dem er richtig losgelegt hat.

Der heimliche Star des Abends war aber - entgegen meiner Erwartungen - ein anderer. Beziehungsweise eine andere. Judith Lefeber. Als sie die ersten Takte gesungen hat, gab es spontanen Zwischenapplaus. Das sollte sich durch das ganze Konzert ziehen. Wann immer sie am Mikro war, gab es Applaus und laute „Whooohooos“ aus dem Publikum. Und es war schön zu sehen, wie gerührt und dankbar sie für diesen Jubel war. Sie hat aber auch eine tolle Stimme, die sich sofort einprägt. Das hatte ich gar nicht mehr auf der Rechnung, obwohl ich sie an gleicher Stelle als Dionne in „Hair“ gesehen hab.
Sie war es dann auch, die für mein persönliches Highlight gesorgt hat: „Somebody to love“. Das Lied passt unglaublich gut zu ihrer Soulstimme und ich muss gestehen, dass ich vom ersten bis zum letzten Ton Tränen in den Augen hatte.

Insa Pijanka versorgte das Publikum zwischen den Songs immer wieder mit Insiderinformationen zur Band. So haben wir beispielsweise erfahren, dass Queen sich den Zorn der englischen Presse zugezogen haben, als sie die Pressevertreter zur Präsentation des neuen Songs „Bicycle Race“ ins Wembley-Stadion luden, selbst aber nicht auftauchten. Stattdessen radelten ungefähr 60 junge Damen im Kreis. Dass das Video zu „I want to break free“ in den USA verboten war, war mir auch neu. Musiktheater bildet also durchaus.

Sehr strange, im positiven Sinn, war die Interpretation zu „Flash“. Da es sich hier um Filmmusik handelt, wurde der Film auf die Leinwand projiziert, Alex, Judith und Kristin übernahmen auf verschiedenen Positionen im Orchester den zu sprechenden Text. Zu singen hatten in diesem Lied nur die Backgroundsängerinnen. Ich war irritiert und fasziniert zugleich, fand aber auch, dass man die Einzigartigkeit von Queen nicht besser hätte hervorheben können. Sie waren einfach keine Mainstream-Band. Auch wenn man das heute, wo man immer die gleichen Songs im Radio hört, gern vergisst. Da gleicht einfach kein Song dem anderen. Sie haben SO viele nachfolgende Band mit ihrer Musik inspiriert!

Alex konnte mit seiner Version von „Radio Gaga“ tatsächlich alle Anwesenden zum Mitklatschen bewegen. Auch wenn Insa Pijanka uns hinterher via Leinwand vorführte, wie es hätte aussehen können. Aber okay, im Wembley-Stadion waren auch ein paar Leute mehr als im Opernhaus. Trotzdem hat ihr dezenter Hinweis  ausgereicht, einen gewissen Ehrgeiz beim Publikum zu wecken.
Bei „Bohemian Rhapsody“ stand dann auch zum ersten Mal der ganze Saal. Dieses Lied mit dem großen Orchester und den großartigen Stimmen hören zu dürfen, war einfach toll. Auch wenn sich die bei diesem Song unweigerlich die Szene aus „Waynes World“ vor meinem inneren Auge abspielt. Aber ich war sicher nicht die Einzige, die als Hommage an Wayne und Garth kurz vorm Headbangen war.

Dramatisch, besonders so kurz nach dem zwanzigsten Todestag von Freddie Mercury, dann die Ausschnitte aus diversen Nachrichtensendungen, die über den Tod des Ausnahmesängers berichteten. Leider kann ich mich nicht erinnern, ob danach „Who wants to live forever“ oder „The show must go on“ gesungen wurde. Und je länger ich darüber nachdenke, desto größer wird meine Verwirrung. Kam „The show must go on“ nicht erst ganz am Ende? Und hätte „Who wants to live forever“ nicht viel besser in den Filmmusik-Teil gepasst? Ich habe keine Ahnung. Ich würde es gern nach der nächsten Vorstellung nachliefern, es wird aber wohl eher keine nächste Vorstellung geben, denn alle Shows sind komplett ausverkauft. Genau genommen haben es auch mir nur glückliche Umstände ermöglicht, die Show überhaupt zu sehen. Wenn also irgendwer mir weiterhelfen kann: BITTE! GERN!

Erwartungsgemäß war die Stimmung bei „We will rock you“ auf dem Höhepunkt. Da war es auch gar nicht nötig, dass die Solisten das Publikum zum Mitklatschen animierten. Wie der ganze Saal stehend den Refrain gesungen hat, war für ein Staatstheater schon beeindruckend. Und das sollte sich zu „We are the champions“ fortsetzen. Ein tolles Bild, wie der komplette Saal stehend die Arme geschwenkt und mehr oder weniger schief mitgesungen hat.

Man wollte die Protagonisten dann auch gar nicht gehen lassen. Es wurde geklatscht und gejubelt, sich verbeugt und gestrahlt, noch mehr geklatscht, „We will rock you“ und „We are the champions“ nochmal vorgetragen und so lange geklatscht, bis Rasmus Baumann erneut auf der Bühne erschien, sich offensichtlich ziemlich geflasht beim Publikum bedankt und den Abend mit den Worten „Man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist!“ beendet hat.

Leider habe ich keine komplette Setlist. Es bleibt mir also nichts anderes übrig, als wahllos das aufzuzählen, was mir im Gedächtnis geblieben ist.
Innuendo
Seven seas of rhye
Fat bottomed girls
Crazy little thing called love
The Miracle
Bicycle Race
Don’t stop me now
Somebody to love
Bohemian Rhapsody
A kind of magic
Radio Gaga
Headlong
Who wants to live forever
The show must go on
Breakthru
It’s a hard life
We will rock you
We are the champions

Sorry für alles, was ich vergessen habe. Vielleicht kann ich es nachreichen.

Ich finde, man hat gut daran getan, diese Konzerte anders aufzuziehen als die Abba-Shows. Der Fokus lag ganz klar auf den Kunstgriffen, die Queen mit ihren Songs sowieso schon liefern. Das wurde mit den Orchester-Sequenzen nochmal ausgebaut.

Gesanglich kann ich mich nicht wirklich für einen Favoriten entscheiden. Ich mochte sehr gern, wie Henrik seine Songs gerockt hat, war überrascht, dass Kristin mit ihrer eher klassischen Stimme so toll war, kriege mich vor Begeisterung über Alex’ Röhre überhaupt nicht mehr ein und werfe mich vor Judith in den Staub.
Und wenn sich die – sehr unwahrscheinliche – Chance bietet, dieses Konzert nochmal zu sehen, werde ich sicher keine Sekunde zögern.
                  


Dirigent: Rasmus Baumann
Moderation: Insa Pijanka
Ausstattung: Stephanie Burger

Gesang: Kristin Hölck
Gesang: Judith Lefeber
Gesang: Henrik Wager
Gesang: Alex Melcher

Gitarre: Thorsten Drücker
Gitarre: Frank Pecher
E-Bass: Heiko Pape
Drums: Andy Pilger
Synthesizer: Donato Deliano
Background: Katja Friedenberg / Tabea Henkelmann / Johanna Reusse
Orchester: Staatsorchester Kassel

Musical Tenors, Stadthalle Chemnitz, 21. November 2011

Das zweite Musical Tenors-Konzert innerhalb einer Woche. Und auch dieses Mal war ich alles andere als enttäuscht. Zumal Jan sich entschlossen hatte, einen neuen Stunt in die Show einzubauen.
Bei "Engel aus Kristall" hat er sein Mikro mit Schmackes über die Bühne gefeuert. Ich bin nicht sicher, wer sich am meisten erschrocken hat. Jan? Das Publikum? Die drei anderen Sänger? Aber Jan ist Profi, er hat eben erstmal ohne weiter gesungen, bis ihm eine Dame aus der ersten Reihe sein Arbeitsgerät wieder in die Hand drückte.

Christian Alexander Müller, Mark Seibert, Jan Ammann, Patrick Stanke
  
Leider war der Saal nur ungefähr zur Hälfte gefüllt, was der Stimmung allerdings überhaupt keinen Abbruch tat. Ich war wirklich positiv überrascht.

Überrascht war ich auch von Christian. Er wird mit jeder Show lockerer. Wenn ich das erste Konzert mit dem jetzt in Chemnitz vergleiche, ist das schon ein enormer Unterschied. Möglich auch, dass er bei seinem Heimspiel sowieso entspannter war. Obwohl... ist das nicht meist umgekehrt? Ist es nicht sehr viel schwerer, vor Menschen zu singen, die man gut kennt? Egal. Das Publikum hat seine "Musik der Nacht" auch an diesem Abend wieder gefeiert. Und das völlig verdient.

Marks "I will always love you" entwickelt sich langsam aber sicher zum persönlichen Highlight. War es anfangs noch "Gähn... Whitney Houston", ist es jetzt eher "Wer zur Hölle ist Whitney Houston?". Ich mag sehr gern, wie Mark das interpretiert. Der Song wird auch nach der hundertsten Wiederholung nicht schlechter.

Übrigens habe nicht nur ich mich dabei ertappt, wie ich an den Stellen, an denen man Patricks unverwechselbare Art, Vokale zu singen, deutlich aus dem vierstimmigen Gesang heraushört, breit gegrinst habe. Meine Sitznachbarin hat sich sehr über mich amüsiert. Habe ich schon mal erwähnt, wie toll ich diese Stimme finde? Oh. Gut.


Innerhalb so kurzer Zeit zwei Konzerte gesehen zu haben, macht es nicht gerade leicht, darüber zu schreiben. Es vereinfacht die Sache auch nicht, dass es vom Niveau nur minimale Schwankungen gab. Ich will auch niemanden mit einer Endlosschleife von "War das toll!" langweilen. 

Mit dem Live-Erlebnis im Hinterkopf tue ich mich allerdings mit der CD noch schwerer als zuvor. Wie gern hätte ich das Grease-Medley für die Ewigkeit festgehalten. Oder auch Jan und Christian als Don Quixote und Patrick und Mark als Sancho Pansa statt "The impossible dream". Auf jeden Fall auch "Braver than we are" und "The shades of night". Wenn ich überlege, was ich hätte haben können, ärgere ich mich über die kommerziellen Sachen wie "Memory" und "Starlight Express" NOCH mehr. Meiner Meinung nach ist da eine große Chance vertan worden, denn Songs, die nicht auf jeder Musical-Compilation zu finden sind, hätten nochmal deutlich gemacht, dass das Projekt Musical Tenors was Besonderes ist.


Live sind die Vier auf jeden Fall toll. Und wäre ich nicht so pleite, würde ich mich am 7. Dezember auf den Weg nach Neu-Isenburg machen.


Fließbandabfertigung nach dem Konzert



Songliste:

Limelight
Drei Musketiere-Medley
Wie kann ich sie lieben?
In der Straße wohnst du
The impossible dream / Man of la mancha
Der letzte Tanz
More than words
Maria 
The winner takes it all
Memory
Die Musik der Nacht
Vivo per lei

The show must go on / Who wants to live forever
Bring ihn heim
Starlight Express
Wie wird man seinen Schatten los
Grease-Medley
I will always love you
Am Ende bleiben Tränen
The shades of night
Die unstillbare Gier
Braver than we are
This is the moment

Abba-Medley
Look with your heart

Musical Tenors, Ebertbad Oberhausen, 15. November 2011

Ich hatte ja bereits im letzten Jahr das Vergnügen, die Musical Tenors live zu sehen. Jetzt also nach der CD-Veröffentlichung, die mich nicht vollends überzeugen konnte, die Wiederholung. Und live haben die Vier auf jeden Fall das geschafft, was die Aufnahme nicht konnte. Zum einen fehlte die ein oder andere Instrumentierung, die mich auf der CD gestört hat, zum anderen ist live eben live!

Die Setlist hat sich im Vergleich nicht großartig verändert, aber die Solos der Jungs sind zum Teil andere. Wo Jan im letzten Jahr noch mit dem seinem Sohn gewidmeten "Gute Nacht" begeistert hat, gab es diesmal "Wie kann ich sie lieben?" aus "Die Schöne und das Biest". Mark durfte seiner aktuellen Rolle entsprechend "Der letzte Tanz" aus "Elisabeth" zum Besten geben. Von Patrick gab es ein sehr, sehr emotionales "The winner takes it all" (dass ein Abba-Song SO klingen kann!!!) und von Christian statt "Einsam sind alle Sänger" "Bring ihn heim" aus "Les Miserables". 



Die ersten Standing Ovations gab es für Christian mit "Musik der Nacht". Das hat mich schon beim letzten Konzert ziemlich fassungslos in meinem Sessel zurückgelassen und daran hat sich nicht das Geringste geändert. Der Wahnsinn, wie dieser scheinbar eher zurückhaltende Mensch sich verändert, wenn er singt!
Patricks "Wie wird man seinen Schatten los" ist inzwischen eine sichere Bank, wenn es darum geht, das Publikum aus den Sitzen zu katapultieren. In seiner Anmoderation sagte er, dass er seinen Beruf hauptsächlich deswegen liebt, weil er es ihm möglich macht, in Rollen zu schlüpfen, die so gar nichts mit ihm selbst zu tun haben. UND dass es Rollen gibt, die ihm wahnsinnig ähnlich sind. Mozart gehört offensichtlich zu Letzterem. Wut, Verzweilfung, Schmerz... alles dabei. Unglaublich toll, wie immer.
Der dritte im Bunde der Standing Ovations-Kandidaten war Jan mit der "Gier". Ich hab ihn das schon unfassbar oft singen hören. Mit Kostüm in "Tanz der Vampire", ohne Kostüm in der ein oder anderen Gala. Ich denke bei jeder Wiederholung dieses Songs, dass er nichts mehr besser machen kann. Er KANN aber sehr wohl. Und er braucht weder Maske noch Kostüm, um sich sofort in den Krolock zu verwandeln.

Aufgefallen ist mir zudem, dass Jan und der Gehstock, der zur "In der Straße wohnst du"-Choreographie gehört, inzwischen sehr viel besser miteinander klar kommen als noch im letzten Jahr. Auch wenn ich nach wie vor kein Freund dieser Tanzeinlagen bin. Die vier gefallen mir einfach sehr viel besser, wenn sie nicht in einstudierte Choreographien gezwungen werden. Dieses synchron umdrehen und mitwippen wirkt einfach albern.

Sehr sympathisch war, dass Jan bei "Limelight" den Text versemmelt hat und dass er und Patrick sich während "This is the moment" mit dem "dreaming, scheming and screaming" nicht ganz einig waren. Sie konnten sich ein breites Grinsen dann auch nicht verkneifen. Ich finde so kleine Patzer ja immer sehr charmant. Besonders in einer Show, die auf Perfektionismus aus ist.
Ein bisschen schade fand ich, dass die eher unbekannten Songs aus dem Programm gestrichen und durch "die üblichen Verdächtigen" ersetzt wurden. Ein Großteil der Anwesenden kannte sich offensichtlich bestens im Musicalgenre aus und denen tut man dann vielleicht keinen Gefallen, wenn man den hundertsten Aufguss von "Memory" präsentiert. Da wäre sicher mehr möglich gewesen. Zumal alle vier in ihren aktuellen Engagements und Solo-Programmen Songs präsentieren, die man nicht schon tausend Mal gehört hat. Aber das ist ja immer auch Geschmackssache. Und jammern auf hohem Niveau. Denn gesanglich gab's nichts, aber auch gar nichts, zu meckern.

Ich muss zugeben, dass ich nicht ganz objektiv in die Show gegangen bin. Jan ist DER Krolock für mich und Patrick habe ich in diesem Jahr SO oft auf einer Bühne gesehen, dass mein Fokus schon auf diesen Beiden lag. Auch wenn ich Christian nach wie vor grandios finde und - wider Erwarten - ziemlich verliebt in Marks Version von "I will always love you" bin.
Jans "Gier" war das Highlight unter sehr, sehr vielen Highlights, aber Patrick haut mich mit seiner Leidenschaft für das, was er tut, immer wieder um. Ich liebe diese unverwechselbare Stimme und ich mag sehr gern, wie er seine Songs lebt.

Ich freu mich auf Chemnitz



Songliste:

Limelight
Drei Musketiere-Medley
Wie kann ich sie lieben?
In der Straße wohnst du
The impossible dream / Man of la mancha
Der letzte Tanz
More than words
Maria 
The winner takes it all
Memory
Die Musik der Nacht
Vivo per lei

The show must go on / Who wants to live forever
Bring ihn heim
Starlight Express
Wie wird man seinen Schatten los
Grease-Medley
I will always love you
Am Ende bleiben Tränen
The shades of night
Die unstillbare Gier
Braver than we are
This is the moment

Abba-Medley
Look with your heart