Ich überlege gerade, was ich zu einem Musical sagen soll, dessen Kernaussage bis in alle Ewigkeit auf mein Handgelenk tätowiert ist. Erwartet da irgendwer Objektivität? Hoffentlich nicht! Man lässt sich sowas ja nicht aus einer Laune heraus stechen. RENT ist einfach meins.
Dazu kommt, dass das Grünspan einfach einer der großartigsten Locations ist, die Deutschland zu bieten hat. Dieser abgefuckte Charme, die abgewetzten Ledersofas, die Backsteinwände, der bröckelnde Putz, der vermeintlich verblichene Glanz früherer Zeiten... Ich weiß, dass all das kein Zufall ist, aber ich fühle mich in Clubs wie diesem sofort zu Hause. Und um ehrlich zu sein, können mir da auch alle Theater dieser Welt gestohlen bleiben. RENT wollte ich genau HIER sehen und während der Vorstellung Mädchen-Bier trinken.
Bis dato kannte ich RENT nur von den beiden DVDs und auch nur auf englisch. Ich kann jeden Satz mitsprechen, jeden Song mitsingen und ich habe mich beharrlich geweigert, mir die deutsche Übersetzung anzuhören, weil die gegen das Original nur verlieren kann. Ich wusste also nicht, was mich erwartet.
Ich gebe auch gern zu, dass ich eine Weile gebraucht habe, um mich von den Darstellern der DVDs zu verabschieden und mich auf die einzulassen, die auf der Bühne standen. Vielleicht war das am Ende aber das große Plus dieser Inszenierung: Dass Maureen mit ihren kurzen, blonden Haaren nichts mit Idina Menzel zu tun hatte und Mimi mit den roten Locken kein bisschen an Rosario Dawson erinnerte. Sie waren alle unglaublich gut in ihren Rollen, weil sich niemand an dem orientiert hat, was man kennt, sondern sich die jeweilige Figur zu eigen gemacht haben. RENT erwischt mich IMMER. Ich liebe die Musik, die Geschichte und jede einzelne Figur. Es endlich live gesehen zu haben, gibt dem allerdings nochmal völlig andere Dimensionen. tbc.
Rotkäppchen, ihre Mutter, ihre Großmutter, der Jäger... bis dahin sind wir noch bei den Brüdern Grimm. Aber dann kommt Michael Fajgel und mixt in das bekannte Szenario noch "Die Schöne und das Biest", "Die drei kleinen Schweinchen", "Die sieben Geißlein" sowie ein paar bekannte Songs mit neuem Text und fertig ist das diesjährige Märchenmusical des Brüder Grimm Festivals. Das mag jetzt unspektakulär klingen, ist es aber ganz und gar nicht. Der arme Wolf hat's nicht leicht. In den Wäldern findet er keine Nahrung mehr, die drei kleinen Schweinchen und das letzte der sieben Geißlein wohnen inzwischen sicher auf dem Campingplatz "Alpenblick". Sie lassen sich nicht mal in die Irre führen, wenn er sich als Zalando-Bote verkleidet. Und Rotkäppchen - Nummer drei auf der Speisekarte - wird auf ihrem Weg zur Großmutter vom Jäger Diet... Diethelm, Dietfred, Diethard oder wie auch immer er heißen mag, begleitet. Zum Glück gibt's den Fuchs, der dem Wolf immer wieder helfend zur Seite springt. Wenn auch nicht besonders erfolgreich. Der Jäger und das siebente Geißlein gehen ihnen zwar in die Falle, aber auch schnell wieder verloren. Und der Hunger wird immer größer. Glücklicherweise konnte der arme Wolf den Klamotten des Jägers habhaft werden und nutzt das, um erst die Mutter von Rotkäppchen um den Finger zu wickeln und dann das Objekt der Begierde für die Großmutter zu werden. Als es ihm schließlich gelingt, Rotkäppchen in seine Gewalt zu bringen, läuft das ein bisschen anders als gedacht. Denn Rotkäppchens Lieblingsbuch ist "Die Schöne und das Biest", weswegen sie so gar keine Angst vor dem Wolf hat. Also... BEVOR sie ihn küsst und er sich NICHT in einen Prinzen verwandelt. Ich bin immer wieder begeistert davon, was die Macher des tic auf die Bühne bringen. Das macht einfach großen Spaß. Steffen Laube war als zähnefletschender Wolf so überzeugend, dass das ungefähr vierjährige Mädchen neben mir schon in der ersten Szene in Tränen ausgebrochen ist und sich ängstlich auf den Schoß des Vaters geflüchtet hat. Die Reißzähne, die großen Augen, die unheimliche Stimme... das kann einem schon Angst machen. Tim Müller war exakt der hinterlistige Fuchs, den man sich vorstellt. Immer mit guten Ideen und immer verzweifelt, weil der Wolf sie in seiner Dummheit grundsätzlich in den Sand setzt. Christina van Leyen spielte das Rotkäppchen mit viel Trotz und großartiger Stimme. Claudius Freyer scheint ein Abo auf die tragikomischen Rollen zu haben, sein verklemmter Jäger Dieter war auf jeden Fall eins der Highlights. Das könnte ich auch von Sabine Guth behaupten, die als Großmutter immer zwei Dinge im Anschlag hatte: Rotkäppchen-Sekt und ihre Knarre. Eva Balkenhol begeisterte als Rotkäppchens Mutter mit toller Stimme. Ich mochte vor allem die Szene, in der sie mit dem siebenten Geißlein (Inga Jamry) in schönster Stummfilm-Manier nachstellt, was Rotkäppchen mit dem Wolf erlebt. Das war wirklich, wirklich grandios. Große, übertriebene Gesten, tolle Mimik und jeder wusste ohne Worte, was sie sagen wollten. Muss ich sagen, wie toll ich diesen Kniff der Regie finde? Last but not least... Inga Jamry als Schweinchen Dick und Liesl, die Ziege. Ich mag ihre Stimme wenn sie spricht und ich mag sie noch mehr, wenn sie singt. Und wenn ich irgendwas noch mehr mag als das, dann wie sie spielt. Allein, wie sie während Jäger Dieters Solo tausend Tode stirbt... eine Show für sich.
Das Brüder Grimm Festival beweist mir jedenfalls immer wieder aufs Neue, dass ich nicht Hunderte von Kilometern fahren muss, um eine gute Zeit zu haben. Und egal, was sie nächstes Jahr spielen werden: I'll be back. Hannelore (Mutter von Rotkäppchen/Schweinchen Schick: Eva Maria Balkenhol Roswitha (Großmutter von Rotkäppchen): Sabine Guth Schweinchen Dick/Liesl, die Ziege: Inga Jamry Marianne (Rotkäppchen)/Schweinchen Rick: Christina van Leyen Jäger Dieter: Claudius Freyer Der Wolf: Steffen Laube Der Fuchs: Tim Müller Weitere Videos gibt's hier: Das von hr und das vom Extra Tip
Der Wolf und der Fuchs sind wie immer auf
der Suche nach etwas Fressbarem. Doch es gestaltet sich immer schwieriger den
Appetit zu stillen, da bereits alle Tiere des Waldes verspeist sind. Die drei
kleinen Schweinchen wohnen jetzt in einem Haus aus Stein und von den sieben
Geißlein sind auch nicht viele übrig geblieben. Bleibt nur noch Marianne, auch
genannt „Rotkäppchen“, die ab sofort ganz oben auf der Speisekarte steht. Doch
Rotkäppchen wird gut vom Jäger und von der Großmutter bewacht und so muss der Wolf
sein ganzes schauspielerisches Können aufbieten, damit es ihm gelingt, alle zu täuschen und Rotkäppchen zu
entführen. Rotkäppchen ist aber merkwürdigerweise gar nicht ängstlich. Als der
Wolf sie schließlich in seinen Unterschlupf bringt, denkt sie doch, er wäre ein
verzauberter Prinz, den es zu küssen gilt, damit er sich in einen stattlichen
Prinzen verwandelt. Ist sie vor Dummheit noch zu retten? Und wer befreit die
Schöne aus den Klauen des Biestes?
Der Wolf und der Fuchs sind wie immer auf
der Suche nach etwas Fressbarem. Doch es gestaltet sich immer schwieriger den
Appetit zu stillen, da bereits alle Tiere des Waldes verspeist sind. Die drei
kleinen Schweinchen wohnen jetzt in einem Haus aus Stein und von den sieben
Geißlein sind auch nicht viele übrig geblieben. Bleibt nur noch Marianne, auch
genannt „Rotkäppchen“, die ab sofort ganz oben auf der Speisekarte steht. Doch
Rotkäppchen wird gut vom Jäger und von der Großmutter bewacht und so muss der Wolf
sein ganzes schauspielerisches Können aufbieten, damit es ihm gelingt, alle zu täuschen und Rotkäppchen zu
entführen. Rotkäppchen ist aber merkwürdigerweise gar nicht ängstlich. Als der
Wolf sie schließlich in seinen Unterschlupf bringt, denkt sie doch, er wäre ein
verzauberter Prinz, den es zu küssen gilt, damit er sich in einen stattlichen
Prinzen verwandelt. Ist sie vor Dummheit noch zu retten? Und wer befreit die
Schöne aus den Klauen des Biestes?
Erstmal nur so viel: Es war ein großartiger Abend in der Stiftsruine. Wir haben ein Stück gesehen, bei dem es viel zu lachen und genauso viel zu weinen gab, eine stimmgewaltige Cast, ein tolles Bühnenbild, großartige Tanzszenen, sehr, sehr schöne Kostüme, ein grandioses Orchester, wunderschöne Songs... Die Ankündigung, mit "Show Boat" ein Musical spielen zu wollen, das in Deutschland eher ein Schattendasein führt, hat in Fachkreisen nicht unbedingt in Jubelstürme ausgelöst. Dass die Inszenierung von Melissa King das letzten Endes doch geschafft hat, ist mehr als verdient. Es hat großen Spaß gemacht, sich das anzusehen. tbc.
Besetzung: Captain Andy Hawks - Michael Schanze Parthy Hawks - Inez Timmer Magnolia Hawks - Milica Jovanovic Gaylord Ravenal - Jan Ammann Julie La Verne - Sophie Berner Joe - Walter Reynolds Queenie - Siggy Davis Frank Schultz - Petter Bjällö Ellie Mae Chipley - Nini Stadlmann Steve Baker - Andreas Christ
Ensemble
Herren: Fredrik Anderson, Greg Antemes (Dance Captain), Arne David, Daniel
Dimitrow, Neil Dolan, Andrew Hannan, Joel Kirby, Eddie Jordan, Calvin Lee, Justin
Lee Miller, Kevin Moreno, Oliver Mülich,
Laurent N’Diaye, Lemuel Pitts, Stephen Shivers
Sommerliche Temperaturen, ein beeindruckender Vollmond und im Hintergrund der Dom, der pünktlich zu Valjeans letztem Atemzug 12 schlug...
Weiter komme ich einfach nicht. Ich versuche seit Stunden, eine einigermaßen objektive und/oder strukturierte Zusammenfassung des Abends zu schreiben, aber irgendwie gelingt es mir nicht. Es war das erste Mal, dass ich das Stück live auf einer Bühne gesehen habe und es hat mich sehr viel mehr umgehauen als ich dachte. Aber wen diese Geschichte nicht mitnimmt, hat vermutlich kein Herz.
Thomas Borchert war ein großartiger Valjean, der schauspielerisch und stimmlich für mich keine Wünsche offen ließ. Ob verbitterter Sträfling, der durch die Gnade des Bischofs von Digne zu einem besseren Menschen wird, souveräner Fabrikbesitzer und Bürgermeister, der Vater, der er für Cosette war oder der verzweifelte Mann, der sein ganzes Leben dieses Geheimnis mit sich herumtragen musste... Ich fand ihn wirklich, wirklich überzeugend.
Genauso überzeugend waren auch Bettina Mönch als Fantine und Christina Patten als Eponine. Nicht umsonst wurden beide beim Schlussapplaus ausgiebig bejubelt. Ich gebe gern zu, dass sie mit "Ich hab geträumt vor langer Zeit" und "Nur für mich" jeweils einen echten Taschentuch-Kandidaten zu singen hatten, da aber weder der eine noch der andere Song zu meinen Favoriten gehört, müssen sie wohl in ihren Rolleninterpretationen sehr viel mehr richtig gemacht haben als diese Songs, wenn sie mich so eiskalt erwischt haben. Und wo ich gerade beim zugeben bin: Ich habe eine kleine Schwäche für die barricade boys. Okay, okay... die Schwäche ist nicht wirklich klein, eher das Gegenteil. Man wickelt mich einfach schnell um den Finger, wenn man leidenschaftlich für eine Sache kämpft, von der man überzeugt ist. Ich hasse es, dabei zusehen zu müssen, wie ein Student nach dem anderen sein Leben auf der Barrikade verliert. Und nein, es macht nichts besser, wenn Marius bei "Dunkles Schweigen an den Tischen" dann auch nochmal die Namen seiner verstorbenen Freunde aufzählt. Herzlichen Dank an Gil Mehmert für's Messer in der Wunde nochmal umdrehen. Autsch. Ganz großartig war auch - wie nicht anders zu erwarten - die letzte Szene im ersten Akt: "Morgen schon". Als wäre der Song an sich nicht schon DER Gänsehautmoment schlechthin, war er in Magdeburg noch ein bisschen großartiger. Die riesige französische Flagge, die zwischen den beiden Kulissenteilen gespannt war und auf der man die Umrisse der Studenten samt ihrer hocherhobenen Fäuste und Flaggen sehen konnte, war unglaublich toll.
Ziemlich geschluckt habe ich überraschenderweise bei "Trinkt mit mir". Wie die Studenten inmitten dieses Aufruhrs einen Moment der Ruhe finden, wie sie da sitzen und auf ihre Freundschaft das Glas erheben. Ich weiß nicht, wie ich's beschreiben soll, aber das war so... friedlich. Ich mochte die Atmosphäre total gern, die von diesem Song ausging. Okay... ich gebe auf. Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Aus dem, was ich hier zustande bringe, wird im Leben kein Blogeintrag mehr, der irgendwem vermittelt, was die Inszenierung ausmacht. Das ist nichts weiter als wirres Gestammel und mein übliches WAAAAAAAAAH. Vielleicht ist damit aber auch alles gesagt. Obwohl ich noch gar nicht erwähnt habe, wie sehr ich den schwärmerischen Marius mochte, den Oliver Arno gegeben hat, dass Marc Lamberty exakt der leidenschaftliche Enjolras war, den ich mir gewünscht hatte, dass Markus Liske "Sterne" genauso so gesungen hat, wie ich gehofft habe und dass es mich sehr gerührt hat, als Fantine in ihrer Sterbeszene die kleine Cosette angesungen hat, die ein paar Meter weiter immer mehr aus dem Licht verschwunden ist. Ich werde auf jeden Fall einen weiteren Ausflug nach Magdeburg machen und vielleicht kommt dann auch ein Bericht, der mehr Sinn ergibt. Oder auch nicht. Obwohl... eher nicht. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich dieses Musical begeistert. Oder wie viel Anlauf ich brauchte, um ihm am Ende doch komplett zu verfallen.
Jean Valjean: Thomas Borchert Javert: Markus Liske Fantine: Bettina Mönch Eponine: Christina Patten Cosette: Teresa Sedlmair Marius: Oliver Arno Enjolras: Marc Lamberty Thénardier:
Peter Wittig Mme. Thénardier:
Gabriele Stoppel-Bachmann kleine Cosette: Viviana Blaszyk/Helene Günther/Veronika Miller* kleine Eponine: Pauline Annie Glotzbach/Lea Herbert* Gavroche: Sandra Pangl/Maria Neumann*
Ensemble: Tobias Berroth, Bartek Bukowski, Yong Hoon Cho, Stefan Igeler, Jeremies Koschorz, Verena Mackenberg, Konstantin Marsch, Oliver Morschel, Maria Neumann, Sandra Pangl, Jörn Seelhorst, Pawel Stanislawow Opernchor des Theaters Magdeburg Magdeburger Singakademie Statisterie des Theaters Magdeburg
*wer die Premiere gespielt hat, hätte man den Aushängen entnehmen können. Hätte ich getan, wenn ich gewusst hätte, dass ich drauf achten muss. Wenn jemand besser aufgepasst hat: Zu Hülfe :)
Ich klaue Besetzung und Geschichte jetzt der Einfachheit halber mal von der Homepage des Pforzheimer Theaters. Und sobald ich meine Fassung wiedergefunden habe, schreibe ich auch was zur Show. Bis dahin müsst ihr euch mit "WOAH...CHRIS!" und "WOAH...FEMKE!" zufriedengeben.
Besetzung:
Dracula: Chris Murray Jonathan Harker: Thomas Christ Lucy Westenra: Yvonne Luithlen Mina Murray: Femke Soetenga Prof. Abraham v. Helsing: Jon Geoffrey Goldsworthy Renfield: Benjamin Savoie Arthur Holmwood: Steffen Fichtner Quincey Morris: Ingo Wagner Dr. Jack Seward: Klaus Geber Vampirinnen: Chiharu Takahashi/ Manuela Wagner, Franziska Hornyai/ Gitte Pleyer, Aline Münz/ Laura Wick
Geschichte:
„Dracula“ ist eine
romantisch-gruselige Musicaladaption des berühmten Romans von Bram Stoker. Die
Musik stammt aus der Feder von Erfolgskomponist Frank Wildhorn, der bereits bei
„Jekyll & Hyde“ für Gänsehaut sorgte. - Der junge Anwalt Jonathan Harker
macht sich auf den Weg in die Karpaten, um mit Graf Dracula den Kauf eines
Londoner Anwesens abzuschließen. Seltsam ist es im Schloss des Grafen und auch
der restliche Aufenthalt gestaltet sich immer sonderbarer.
Schließlich flieht Jonathan, vom Grafen gebissen und dadurch geschwächt,
nach Budapest. Mina reist sofort zu ihm, um ihn zu pflegen und endlich zu
heiraten. Währendessen wird Lucy, eine enge Freundin Minas, das erste Opfer
Draculas, als dieser in London eintrifft, und auch der Vampirjäger Van Helsing
kann nichts mehr für sie tun. Mina fühlt sich von Dracula und der dunklen Seite
magisch angezogen. Hin- und hergerissen zwischen Furcht und Liebe lädt sie den
Grafen zu sich ein. Von den Vampirjägern verfolgt, bleibt ihm jedoch nichts
anderes übrig, als in seine Heimat zu fliehen. Hier im Schloss kommt es zum
finalen Kampf und Mina ist wie besessen davon, Dracula in die Ewigkeit der
Nacht zu folgen...
"Wer heutzutage am Waldesrand in einem Wohnwagen lebt und eine resolute
ältere Dame ist, tut gut daran, eine abgesägte Schrotflinte griffbereit
zu haben - schließlich wagen sich die Wildtiere immer näher aus dem
Dickicht in den Lebensraum der Menschen. Da kann schon mal ein hungriger
Wolf vorbeischauen. Die Großmutter aus dem Märchen vom Rotkäppchen und
dem Wolf erinnert beim Brüder-Grimm-Festival eher an die legendäre
Comicfigur der Ma Dalton aus den Lucky-Luke-Heften als an ein hilfloses
Omchen. ... Fajgel verspricht, dass in dem Familienstück kein Wolfsbauch
aufgeschlitzt wird. Er hat das Musical lustig verfremdet und durch
weitere Märchenelemente ergänzt - so ist das Rotkäppchen ein verträumtes
Mädel, das bei seiner Entführung durch den Wolf denkt, sein
Lieblingsbuch würde wahr: „Die Schöne und das Biest“. Auch das
Grimm-Märchen „Der Wolf und der Fuchs“ wird eingebaut, wo der Fuchs eine
Art Diener des Wolfes ist und ihm Nahrung besorgen muss. Der Wolf
frisst sich schließlich so dick, dass er vom Bauern getötet werden kann."
So beschreibt es Bettina Fraschke in der HNA. Und das klingt genau nach den abgedrehten Märchen-Mash Ups, die man vom Team um Michael Fajgel gewöhnt ist.
Gespielt werden die 33 Vorstellungen ab dem 18. Juli 2013 auf der Bühne im hinteren Teil des Botanischen Gartens. Jippie.
Top 5
favorite songs NUR FÜNF? Echt jetzt? Ach du…
Stars (das müsste für mich jetzt allerdings nicht unbedingt von Russell Crowe interpretiert werden), Red & Black, One
day more, Do you hear the people sing, Drink with me. Und Empty chairs at empty tables. Und At the end of the day. Vielleicht auch noch Who am I. Oder On my own. Oh, oh, oh... und... Soll ich weitermachen? Ich kann mich bei all diesen großartigen Songs nie, nie, nie für 5 entscheiden.
2. My personal story on how I found out about Les Mis
Spätstarter,
deswegen: Der Film. Der hat mich allerdings SO dermaßen hinterrücks niedergestreckt,
dass es beängstigend ist.
3.
How many times I have seen the movie/musical
Ähm…
sagen wir mal so: Der nette, junge Mann, der immer sonntags Dienst hat, fragt
mich nicht mehr, welchen Film ich sehen will.
Zur Erklärung: Les Miz läuft hier nur noch in diesem einen Kino und auch nur
noch sonntags als Matinée. Der nette, junge Mann und ich sehen uns also regelmäßig.
4.
My top 5 costumes from the motion picture
Hm. Ich mag, wie Gavroches Kostüm unterstreicht, dass er einer von den großen Jungs sein will, aber sonst...
5. Which character I would save if I could rewrite the story
Enjolras.
Weil er miterleben sollte, wie die Welt sich in seinem Sinn zum Besseren verändert.
6. One scene that makes me smile/laugh
Sorry, aber eine der tragischsten überhaupt: Wenn Javert an den nebeneinander liegenden
toten Studenten entlang schreitet.
Klingt jetzt ein bisschen perfide, aber es
gibt einen Grund, wieso ich grinsen muss und er beginnt bei 2:56 in diesem
Video:
Ich
liebe, liebe, liebe es, dass die barricade boys während der Dreharbeiten zu dieser Gang
geworden sind, die sich auch so viele Monate nach Drehschluss nicht aus den Augen verloren hat.
7. One actor/actress from the motion picture (non stage performer) who
surprised me and why
Anne
Hathaway. Sie gehörte wirklich nie zu meinen Lieblingsschauspielerinnen, aber
mich hat es ziemlich beeindruckt, wie unbedingt sie die Rolle der Fantine haben
wollte und wie sie sie interpretiert hat.
8. Which sentence I would use to describe Les Mis
“Have you asked of
yourselves what's the price you might pay?”
Und
das lasse ich jetzt einfach mal unkommentiert so stehen. Think for
yourself.
9. One thing this story has taught/reminded me
Tu
alles mit ganzem Herzen.
10.
Who is my dream male role and why
Enjolras.
Weil er sein großes Ziel nie aus den Augen verliert und dem alles andere
unterordnet. Er versteht es, die anderen mit flammenden Monologen
einzuschwören. Er ist leidenschaftlich und absolut davon überzeugt, das richtige
zu tun, obwohl er weiß, dass er nicht nur sein Leben riskiert, sondern auch das seiner Freunde.
11. Who is my dream female role and why
Eponine. Weil wahrscheinlich jeder schon mal einsehen musste,
dass man den Kerl, an den man sein Herz verloren hat, nicht haben kann.
12. Artists I’m grateful were brought to me (movie and/or stage)
Aaron
Tveit. Und ich verliere an dieser Stelle keine weiteren Worte, weil das hier
sonst in eine endlose Schwärmerei Lobhudelei ausartet und ich Gefahr laufe, tausend
yt-Videos zu posten, damit auch noch der letzte Mensch auf diesem Planeten
sieht, wie unglaublich talentiert dieser Mann ist.
13. Whether or not I have read the Brick
Ja,
ich hab’s gelesen. Mehr als ein Mal.
14.
A song that never fails to make me cry
Wo
soll ich anfangen???
Aber
wenn ich mich für einen entscheiden muss, ist es das Finale, wenn alle
Charaktere zusammen auf der Barrikade stehen.
„Do you hear the people sing
Lost in the valley of the night?
It is the music of a people
Who are climbing to the light.
For the wretched of the earth
There is a flame that never dies.
Even the darkest night will end
And the sun will rise.
They will live again in freedom
In the garden of the Lord.
They will walk behind the plough-share,
They will put away the sword.
The chain will be broken
And all men will have their reward.
Will you join in our crusade?
Who will be strong and stand with me?
Somewhere beyond the barricade
Is there a world you long to see?
Do you hear the people sing?
Say, do you hear the distant drums?
It is the future that they bring
When tomorrow comes!”
15. What I would say to Victor Hugo if he could hear me