Sonntag, 18. Januar 2015

West End (Fan) Girl. Oder weniger pathetisch: London, Januar 2015.

Es gab exakt einen Grund für meinen West End-Ausflug: Mr. Aaron Tveit. Bei diesem Menschen fangirle ich mich regelmäßig zu Tode und ich wollte und konnte die Chance, ihn wenigstens ein Mal live gesehen zu haben, auf keinen Fall ungenutzt verstreichen lassen. Deswegen: Aaron in "Assassins". An meinem Geburtstag. 
Damit war die Planung dann aber auch schon beendet. Wir sind einfach losgezogen und haben uns überraschen lassen, was man uns so offerieren würde. Danke an dieser Stelle auch noch mal an Jule für den ein oder anderen wertvollen Profi-Tipp.

Am Ende war "Assassins" aber "nur" ein Highlight unter lauter Highlights. Ich könnte gar nicht sagen, welche der fünf Shows mich am meisten umgehauen hat, weil jede für sich so unfassbar grandios war. Schwer vorstellbar, dass ich jemals wieder ein Musical mit diesem "WOW! Ach du Scheiße!"-Gefühl verlassen werde, wie ich es in London nach jedem Stück getan habe. Sorry, aber es gibt im deutschsprachigen Raum echt wenige Darsteller, die an die Qualität derer in London anknüpfen könnten. Das war mir durch Berichte von anderen Musicaladdicts natürlich bewusst, aber es wissen und es sehen, sind einfach zwei verschiedene Dinge. 

Hatte ich schon WOW gesagt? Ups.


Shows in order of appearance:
Wicked
Les Misérables
Assassins
Miss Saigon
Once  

Ja, da sind ein paar Klassiker dabei, aber ich bin ja auch West End-Newbie. Um die kleineren Shows kümmere ich mich beim nächsten Mal. Denn die Frage, ob es eine Wiederholung gibt, stellt sich nicht mal eine Sekunde.

Samstag, 27. Dezember 2014

Jesus Christ Superstar, 25. Dezember 2014, Oper Dortmund

Jesus: Nikolaj Alexander Brucker
Judas: David Jakobs
Maria Magdalena: Patricia Meeden
Pontius Pilatus / Hannas: Mark Weigel
Kaiphas: Hans Werner Bramer
Petrus: Fritz Steinbacher
Simon Zelotes: Jens Petter Olsen
Herodes: Hannes Brock

1.Priester: Hiroyuki Inoue
2. Priester: Ian Sidden
3. Priester: Carl Kaiser
Soulgirls: Catherine Chikosi, Yoko El-Edrisi, Patricia Meeden


Diese Aufführung in einem Wort? Nichts leichter als das: DAVID.
Es gibt einfach Darsteller, die mich ab Sekunde eins fassungslos vor Begeisterung in den Sitz tackern und David hat einen der Top Five-Plätze in dieser Kategorie. Er war so was wie meine Traumbesetzung für den Judas, weil ich ihn mir unglaublich gut in dieser Rolle vorstellen konnte. Und er hat mich nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil. Ich habe dieses Stück schon das ein oder andere Mal gesehen, aber ich kann mich nicht erinnern, dass ein Judas mich jemals SO mitgenommen hätte.

Sonntag, 30. November 2014

Das Wunder von Bern, 30. November 2014, Stage Theater an der Elbe

Matthias Lubanski - Julius
Christa Lubanski - Vera Bolten
Richard Lubanski - Patrick Imhof
Ingrid Lubanski - Marie Lumpp
Bruno Lubanski - David Jakobs

Annette Ackermann - Tanja Schön
Paul Ackermann - Andreas Bongart

Sepp Herberger, Bohse - Robin Brosch
Tiburski, Putzfrau im Hotel, Adi Dassler - Michael Ophelders
Pfarrer Keuchel - Tetje Mierendorf
Wunderfräulein - Gabriela Ryffel, Shari Lynn Stewen, Franziska Trunte

Helmut Rahn - Dominik Hees
Fritz Walter - David Allers
Berni Klodt - Patrick Stamme
Horst Eckel - Robin Koger
Max Morlock - Florian Soyka
Toni Turek - Pedro Reichert
Werner Kohlmeyer -Matt Cox
Ottmar Walter - Daniel Therrien
Josef Posipal - David Pellerin
Karl Mai, Fußballartist - Adrian Fogel
Hans Schäfer, Fußballartist - Dominik Kaiser

Carola - Jenna
Mischa - Michael
Lutz - Cedric
Peter - Sebastian

Donnerstag, 13. November 2014

The sound of music, 1. November 2014, Staatstheater Kassel

Ah, Salzburg! Burgen, Glocken, Nockerl, Dirndl: ewiges Edelweiß! Und über den Almen der Klang des Guten, Wahren, Schönen! Wenn etwas in den USA das Bild Österreichs prägte, dann The Sound of Music von 1959, dessen Kinoversion (1965) als einer der meistgesehenen Filme aller Zeiten gilt. Es war die letzte Co-Arbeit von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein II, jenes Broadway-Teams, welches das Musical zur amerikanischen Volksoper formte – sehr bewusst als ästhetische »republicans« gegen Avantgarde-»democrats« wie Sondheim und Bernstein. THE SOUND OF MUSIC erzählt von Maria, Novizin und Hauslehrerin bei Baron Trapp. Verwitwet, hat dieser sich der Welt verschlossen. Maria indes bringt dem Haus »die Musik zurück« – und Liebe ins Leben des Barons. Doch 1938 kommen die Nazis. Trapp soll zur Kriegsmarine. Aufrecht erteilt er jedem Lockruf eine klare Absage. Mit Hilfe von Marias Nonnen gelingt die Flucht.
The Sound of Music basiert auf der Vita der Maria von Trapp, die 1939 vor Hitler flüchtete und mit ihrer »Trapp-Familie« auf Volksliedtournee durch Amerika ging. Rodgers & Hammerstein verzichteten auf Originalsongs; sie erfanden anhand österreichischer »traditionals«, etwa aus Alpentänzen, neue Klangwelten für ihre Trapps. Warmleuchtend und raffiniert (die Flucht vom Nazi-Konzert zitiert ironisch eine Haydn-Sinfonie), ein perfekt-populäres Stück Musik. Fast zu perfekt.
The Sound of Music
malt eine Zauberwelt, als wohne der Zauberer von Oz in den Alpen und Disney an der Salzach: Salzburg als Schneekugel des Souvenirkitschs, wo Patriotismus im Edelweiß erblüht, einzig bedroht vom Dunkel des Dritten Reiches. Amerika als Asyl Schuberts, derweil man die Alpen befreit. Aber jeder Schönheit droht umso mehr das Hässliche, je idealer sie sich gebärdet. Die Rettung am Ende des Musicals war in der Realität der Anfang des Grauens: genau unter jenem kornblumenblau klingenden Himmel. Und so, vielleicht, gemahnt uns die Schönheit des The Sound of Music, wenn wir aufmerksam hören, doch eben an das – an ihr Gegenteil.

Besetzung
Maria Rainer: Karolin Konert
Mutter Oberin: Lona Culmer-Schellbach
Schwester Bertha: Annabelle Corine Mierzwa
Schwester Margareta: Jessica Krüger
Schwester Sophia: Eva-Maria Kuperion
Kapitän Georg von Trapp: Gunnar Seidel
Franz, der Diener: Dieter Hönig
Frau Schmidt, die Haushälterin: Joke Kramer
Liesl von Trapp: Judith Caspari
Friedrich von Trapp: Benjamin Klein / Fabian Reinbott
Louisa von Trapp: Lotta Rink / Alexandra Aykaeva
Kurt von Trapp: Henricus Bracht / Fynn Rogall
Brigitta von Trapp: Mira Meske / Emma Töppler
Marta von Trapp: Chiara Baumgärtel / Sofia Meißner
Gretl, die Jüngste: Charlotte Geismann / Pauline Roppel
Rolf Gruber: Markus Schneider
Elsa Schrader: Elisabeth Sikora
Max Dettweiler: Alexander Franzen
Herr Zeller | Admiral Schreiber: Bernhard Modes


Natürlich habe ich jetzt das Programmheft nicht zu Hand (tolle Voraussetzungen zum Bloggen. Hmpf.) und kann nicht mit Sicherheit sagen, welche Kinder auf der Bühne standen. Ich reiche das natürlich nach. 

Text: Staatstheater Kassel

Sonntag, 26. Oktober 2014

Jesus Christ Superstar, 24.Oktober 2014, Opernhaus Dortmund

Die Dortmunder Inszenierung von Jesus Christ Superstar und ich... eine Verkettung von (un)glücklichen Umständen. Erst musste ich die Matinee sausen lassen, dann habe ich kein Ticket mehr für die öffentliche Probe bekommen und unser Premierenbesuch fiel dem Bahnstreik sowie der nicht funktionierenden Express-Lieferung der Post zum Opfer. Und bei der ersten Vorstellung, bei der alles gut zu sein schien, mussten gleich drei Hauptdarsteller passen, auf die ich mich gefreut habe. Statt Alexander Klaws stand Mark Seibert auf der Bühne, statt David Jakobs Sven Fliege und statt Hannes Brock Dirk Weiler. 

Es hätte wahrlich schlimmer kommen können. Dass ich Mark in Bonn verpasst habe, hat mich sowieso geärgert, so gesehen habe ich mich über diese unverhoffte zweite Chance eher gefreut. Das gilt auch für Dirk Weiler. Ein bisschen mehr enttäuscht hat mich, dass ich David nicht sehen konnte, weil ich ihn in "The full monty" unfassbar toll fand und ihn mir als Judas perfekt vorstellen konnte. Aber die Chance wird kommen, denn die nächsten Tickets liegen bereits hier. Was jetzt Svens Performance kein bisschen schmälern soll.

Im Gegensatz zu den Inszenierungen die ich bisher gesehen habe, ist diese eher modern angelegt und ich kann sagen, dass ich das sehr gern mochte. Einfach weil der Stoff auch in die heutige Zeit passt. Maria Magdalena in Hot Pants und bauchfrei? Why not? Patricia Meeden hätte wahrscheinlich auch einen Kartoffelsack tragen können und hätte das Publikum trotzdem umgehauen. Diese Stimme ist einfach außergewöhnlich. Schade, dass sie vergleichsweise wenig zu singen hat. 

DER Song in diesem Musical ist für mich "Gethsemane". Keine Ahnung, in wie vielen Versionen ich ihn inzwischen gehört habe, aber der Maßstab schlechthin stammt von Patrick Stanke. Dagegen klang Marks Version auf seiner CD immer ein bisschen... darf ich jetzt "weinerlich" sagen? Das klingt so gemein. Und es hat auch überhaupt nichts mit dem zu tun, was er da live abgeliefert hat. Er war großartigst. Nicht nur in dieser Szene, sondern immer. Ich bin sehr gespannt, wie Alex diese Rolle anlegen wird, denn ich bin sicher, dass er es völlig anders machen wird als Mark.

Ich freue mich jedenfalls sehr, dass ich die Chance haben werde, das Stück mit den unterschiedlichsten Darstellern zu sehen. Ich bin auch einfach sehr gern im Dortmunder Theater zu Gast. Das ist einfach ein bisschen wie nach Hause kommen.

Jesus: Mark Seibert
Judas: Sven Fliege
Maria Magdalena: Patricia Meeden
Pontius Pilatus / Hannas: Markus Schneider
Kaiphas: Hans Werner Bramer
Petrus: Fritz Steinbacher
Simon Zelotes: Jens Petter Olsen
Herodes: Dirk Weiler

1.Priester: Hiroyuki Inoue
2. Priester: Ian Sidden
3. Priester: Carl Kaiser
Soulgirls: Catherine Chikosi, Yoko El-Edrisi, Patricia Meeden

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