Samstag, 10. Dezember 2011

"Rocky - Fight from the heart" - das Musical

Offensichtlich war ich die einzige Person auf dieser Welt, die nicht die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hat, als Stage Entertainment verkündete, ein „Rocky“-Musical auf die Bühne bringen zu wollen. Zumindest lässt mich der allgemeine Aufschrei in diversen Foren und bei Facebook das vermuten.

Wo sich andernorts gegruselt wird bei der Vorstellung, dass da ein Typ mit freiem Oberkörper und bewaffnet mit Boxhandschuhen singend durch einen Boxring tänzelt, was ich durchaus nachvollziehen kann, stelle ich mir das ganze Musical völlig anders vor. Irgendwie denke ich bei „Rocky“ nämlich nicht an erster Linie ans Boxen.
Für mich war die Geschichte des Underdogs, der sich als Geldeintreiber und mit Amateur-Boxkämpfen über Wasser hält, schließlich die Chance erhält, gegen den Champion zu boxen, immer mehr die klassisch amerikanische „Vom Tellerwäscher zum Millionär“-Story. Ein Beispiel dafür, dass man alles erreichen kann, wenn man auf seine Stärken vertraut und Freunde hat, die einen unterstützen. Wie Rocky unbeholfen die Liebe der schüchternen Adrian zu gewinnen versucht, ist wirklich anrührend. Allein diese Szene in der Eishalle. Und legendär natürlich, wie er am Ende des entscheidenden Kampfes blutüberströmt und mit zugeschwollenen Augen „AAAAADRIAN!“ brüllt.
Es ist aber auch eine Geschichte über die Freundschaft zwischen Rocky und Pauli, wie auch die besondere, fast väterliche Beziehung, die den Protagonisten mit dem Boxtrainer verbindet.

Ich finde, die Story hat durchaus Potential. Zumal man sich ja glücklicherweise auf den ersten Film konzentriert. Da ist Platz für herzergreifende Liebesballaden und straighte Rocknummern. Und die Boxszenen stelle ich mir als gut choreographierte, schnelle Tanzszenen vor.
Der Soundtrack ist natürlich legendär, aber dass das kein Hindernis für gute Musicalsongs sein muss, zeigt ja „Sister Act“. Gespannt bin ich allerdings, wie man die doch sehr wortkarge Figur des Rocky auf der Bühne umsetzt. Ein schweigender Hauptdarsteller wäre ja eher kontraproduktiv.

Ob sich mein Kopfkino da auch nur im entferntesten mit dem deckt, was am Ende auf der Bühne passieren wird, wird sich zeigen. Nur eins möchte ich auf gar keinen Fall: „Eye of the tiger“ auf deutsch.
Ansonsten hab ich mich entschlossen, „Rocky“ eine Chance zu geben. Blöd finden kann ich das Stück, wenn ich es gesehen habe, schließlich noch immer.

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